Presseinformation: „Perspektiven zu Kolonialismus und Rassismus im Wissenschaffen“
Nr. 50 - 27.04.2026
Öffentliche Filmvorführung mit Diskussion im Forum Wissen am 20. Mai 2026
(pug) Vielfältige Perspektiven zu Kolonialismus und Rassismus im Kontext kolonialer Verflechtungen der Göttinger Wissenschaftsgeschichte sind Thema einer öffentlichen Filmvorführung mit Diskussion am Mittwoch, 20. Mai 2026, um 17Uhr im Forum Wissen der Universität Göttingen. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt, Fragen aus dem Deutschen können übersetzt werden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.
An mehreren Stellen der Basisausstellung „Räume des Wissens“ im Forum Wissen werden Beispiele aus der Kolonialgeschichte der Universität vorgestellt. Aktuell werden zwei Räume überarbeitet, die sich jeweils mit sensiblen Themen auseinandersetzen – zum einen mit rassistischen Stereotypen, zum anderen mit dem Umgang mit Human Remains (menschlichen Überresten) in Göttinger Sammlungen.
Im Raum „Atelier“ wird die Rolle von bildgebenden Verfahren in der Forschungsgeschichte thematisiert. Dabei werden auch heute rassistisch einzuordnende Vorstellungen aus der Vergangenheit präsentiert. Die dazugehörige kritische Einordnung ist aktuell jedoch erst beim Aufschlagen des Katalogs zu den Bildern im Raum zu finden. Im Rahmen laufender Veränderungen markiert eine filmische Intervention den Auftakt für die Überarbeitung: Drei Personen teilen in kurzen Portraits ihre Sichtweisen auf die Bilder und deren aktuelle Inszenierung im Ausstellungsraum.
Der Raum „Schränke“ vermittelt das Ordnen von Wissen; die Blumenbach‘sche Schädelsammlung ist eins der gezeigten Beispiele. Hier wird neu der Kurzfilm „Oceanbone“ gezeigt. Er vermittelt die Sicht der Vorfahren, deren Human Remains während der Kolonialzeit aus ihren Herkunftsländern in Ozeanien nach Europa verschleppt wurden. „Oceanbone“ wurde auf mehreren Dokumentarfilmfestivals in den USA wie dem Indie Vegas Film Festival 2025 ausgezeichnet.
Die Filmemacherin Lani Cupchoy, die in Kalifornien lebt, stammt selbst aus einer Kanaka Maoli-Familie (Hawai’i). „Ihr Film Oceanbone ist eine Bereicherung der Basisausstellung im Forum Wissen“, sagt Museumsleiterin Dr. Sandra Potsch, „ebenso wie die filmische Intervention der Göttinger Filmproduktionsfirma Akinema für den Raum Atelier“.
Das Forum Wissen nimmt die Erweiterungen zum Anlass für eine öffentliche Filmvorführung der beiden Filme (Länge: 20 Minuten insgesamt) unter dem Titel „Perspectives on colonialism and racism in knowledge creation“. Anschließend moderiert Prof. Dr. Regina Bendix vom Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie der Universität Göttingen die Diskussion in englischer Sprache mit folgenden Gästen: Dr. Lani Cupchoy, Filmemacherin, Dr. Tarisi Vunidilo, Restitutionsexpertin und Protagonistin, Dr. Janne Arp-Neumann, Referentin für Wissensforschung, Forum Wissen, und Kaliova Bilo, Protagonist.
Weitere Informationen sind unter Perspectives on colonialism and racism in knowledge creation- Film screening and discussion (in English) – Forum Wissen zu finden.
Triggerwarnung: Im Film “Oceanbone” werden Human Remains gezeigt.
Kontakt:
Dr. Janne Arp-Neumann
Georg-August-Universität Göttingen
Zentrale Kustodie/Forum Wissen
Weender Landstraße 2
37073 Göttingen
Telefon: (0551) 39-26692
E-Mail: arp@sub.uni-goettingen.de