Bericht der zweiten Projektgruppe 2025/26: KinderUni im Januar 2026


Im Rahmen des Villa Rustica Projektes bestand für uns Studierende die Möglichkeit auf eine Zusammenarbeit mit der KinderUni im YLAB Göttingen. Hier hatten wir die Chance die bisher erarbeiteten Ergebnisse mit einem jungen Publikum zu teilen und selbst einmal in die Rolle von Lehrenden zu schlüpfen. In diesem Sinne fand wir uns in einer kleinen, bunt gemischten Gruppe von Freiwilligen, verschiedenster Studiengänge, aus dem Villa-Projekt zusammen, um an dieser Lehrerfahrung mitwirken zu können.

Das Interesse an Einblicken in das Projekt und das alltägliche Leben in der Antike im Allgemeinen war so groß, dass wir sogar zwei Termine anbieten konnten. So fanden sich jeweils am Freitag, den 23. und 30.01.2026, insgesamt 4 - 6 Studis vor einer Gruppe von bis zu 16 Kindern im Alter von 6-13 Jahren. Nach einer ersten Vorstellungsrunde erklärten wir ihnen das Programm für die anderthalb Stunden der KinderUni: In 3er- und 4er-Gruppen rotierten die Kinder nach knapp 20 Minuten zwischen den einzelnen Stationen. Das Angebot bestand aus vier Stationen mit insgesamt sechs verschiedenen, zum Teil zwischen den angebotenen Terminen variierenden, Workshops, die wir uns selbst überlegt und erarbeitet haben.

Bericht Kinderuni Repliken

Beispiel für den Aufbau einer Station – © Juliane Danell und Paula Taverner

Dabei waren die kleinen Stationen vielfältig und inhaltlich breit aufgestellt. So konnte in einem Workshop, geleitet von Julia Koschate ein römisches Ritual mit (vegetarischen) Opfergaben für Glück und Wohlstand selber zelebriert werden um im Anschluss zu besprechen, wie sich im Vergleich dazu heutige Rituale und Gottesdienste ähneln und unterscheiden. An einer anderen Station wurden Alltagsspiele von Jung und Alt aus der römischen Welt, wie zum Beispiel Walnuss-Werfen, Mühle und Würfeln, unter Anleitung von Lara Döring, ausprobiert. An anderer Stelle konnten handwerkliche Fähigkeiten, wie das Knüpfen von Seilen aus Fasern, gemeinsam mit Yannis Schröder, oder das Fertigen von eigenen Tonamuletten mit Perlenketten und Wachsstempeln, gemeinsam mit Juliane Danell, greifbar gemacht werden. Hier war die Überraschung über den Arbeits- und Zeitaufwand allgemein verbreitet und viele der Kinder haben die Station mit einer neuen Wertschätzung für Handarbeit verlassen.

Bericht Kinderuni Minecraft

Die virtuelle Villa von Wachenheim – © Vito Brullo

Ein Highlight war die Station mit einer Rekonstruktion der Villa Rustica in Minecraft, von Vito Brullo, die den Aufbau und die generelle Lebensweise in römischer Zeit auf dem Land visualisierte. So konnte anschaulich verständlich gemacht werden, dass Bauten und Räume damals mehr als kahle Wände aufzuweisen hatten und wie man sich eine Villa an dem Ort vorstellen kann, an dem heute nur noch vereinzelte Ruinen zu erkennen sind. Bei der letzten Station, die am zweiten Termin den Handwerk-Workshops abgelöst hat, wurde, durch Paula Tavener, versucht den Kindern archäologische Methoden anhand der Frage zu Ernährung in der Antike näher zu bringen. Hierfür gab es eine Mini-Grabung im Sand, ein Puzzle aus ,zerbrochenen‘ Wandverzierungen mit Abbildungen von Lebensmitteln und eine ,,Blind Box” zum Erraten von Gewürzen und Lebensmitteln aus römischer Zeit.

Bericht Kinderuni Essen

"Probierstation" bei der KinderUni – © Juliane Danell und Paula Taverner

Nach einer kurzen gemeinsamen Reflexionsrunde, in der wir die neuen und überraschenden Einblicke und Eindrücke besprochen haben, waren diese lustigen Termine der KinderUni schneller vorbei als selbst wahrgenommen. So waren diese zwei Projekttage für alle Beteiligten, Kinder wie uns Studis, ein bunter Strauß an Erfahrungen mit Witz und Improvisation.

Bericht der studentischen Teilnehmer*innen: Juliane Danell und Paula Taverner