Mehrsprachigkeit und Sprachsensibilität in der Tertiärsprachenbildung (MuST)

Vorstellung der SIG

Im SIG-Projekt „Mehrsprachigkeit und Sprachsensibilität in der Tertiärsprachenbildung“ untersuchen wir, wie mehrsprachigkeitsorientierte und sprachsensible Konzepte in den Fächern Französisch, Latein und Spanisch curricular verankert sind und welche professionellen Ressourcen Lehramtsstudierende für einen entsprechenden Fremdsprachenunterricht mitbringen. Darüber hinaus gehen wir der Frage nach, welche Merkmale auf Seiten der Studierenden eine mehrsprachige und sprachsensible Ausrichtung des späteren Unterrichts begünstigen.
Ausgangspunkt des Projekts ist die Beobachtung, dass insbesondere die zweite und dritte Schulfremdsprache zunehmend unter bildungspolitischem Legitimationsdruck stehen, obwohl Mehrsprachigkeit und Sprachsensibilität zugleich als zentrale Voraussetzungen und Ziele schulischer Bildung in einer globalisierten und migrationsgeprägten Gesellschaft formuliert werden. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage an Bedeutung, wie sprachliche Vielfalt im Fremdsprachenunterricht aufgegriffen und didaktisch produktiv genutzt werden kann.
Grundlage unserer Untersuchung ist ein Mixed-Methods-Design, das curriculare Analysen, Gruppendiskussionen mit Lehramtsstudierenden sowie eine standardisierte quantitative Befragung miteinander verbindet. Untersucht werden Lehramtsstudierende der Fächer Französisch, Latein und Spanisch, da zentrale professionelle Überzeugungen und Unterrichtsorientierungen berufsbiographisch bereits im und vor dem Studium entstehen.
Die Ergebnisse des Projekts sollen dazu beitragen, besser zu verstehen, wie Lehrkräftebildung im Bereich der Tertiärsprachen gestaltet werden kann, um Lehramtsstudierende gezielt auf einen mehrsprachigkeitsorientierten und sprachsensiblen Fremdsprachenunterricht vorzubereiten. Ziel ist es, fachübergreifende Perspektiven aus den modernen Fremdsprachen und den Alten Sprachen zusammenzuführen und daraus Impulse für die Weiterentwicklung von Studium, Vorbereitungsdienst und Unterrichtspraxis zu gewinnen.


Projektdesign_MuST

Laufzeit

2026–2027 (Start im Oktober 2026)

Zentrale Ziele des Projekts

  • 1. Exploration und systematische Analyse mehrsprachiger und sprachsensibler Konzepte in den Bildungsstandards und Lehrplänen der Fächer Französisch, Latein und Spanisch auf Bundes- und Landesebene.
  • 2. Empirische Erfassung der Ressourcen, Überzeugungen und Praktiken, die Lehramtsstudierende der genannten Fächer in ihre Vorstellungen von mehrsprachigem und sprachsensiblen Fremdsprachenunterricht einbringen.
  • 3. Identifikation von Prädiktoren, die eine mehrsprachige und sprachsensible Unterrichtsorientierung vorhersagen, mit besonderem Blick auf fachkulturellen Unterschieden zwischen Latein und den modernen Fremdsprachen.
  • 4. Vernetzung der beteiligten Fachkulturen und Vorbereitung eines größeren interdisziplinären Verbundprojekts im Bereich mehrsprachigkeitsorientierter und sprachsensibler Fremdsprachendidaktik.