Schwerpunkte

Das Göttinger Institut vertritt in Forschung und Lehre eine theoretisch angeleitete Wirtschafts- und Sozialgeschichte, die sich vor allem mit dem 19. und 20. Jahrhundert befasst, aber auch ältere Zeiträume in den Blick nimmt. Dabei setzen wir fünf inhaltliche Schwerpunkte:

Konsumgeschichte

Ein umfangreiches, für einen Großteil der Menschen erschwingliches Angebot an Waren und Gütern prägt den modernen Lebensstil in den entwickelten Ländern. Der Entstehung einer solchen Massenkonsumgesellschaft, ihren Voraussetzungen und gesellschaftlichen Wirkungen gehen wir nach.

Unternehmensgeschichte

Unternehmen begreifen wir nicht nur als Produzenten von Gütern, sondern auch als gesellschaftliche Akteure. Ihre Einbettung in volkswirtschaftliche, politische, soziale und kulturelle Zusammenhänge bildet dabei ebenso unseren Untersuchungsgegenstand wie der historische Wandel des betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Aufbaus und der Funktionsweise von Unternehmen.

Geschichte der Globalisierung

Das Zusammenwachsen der Weltwirtschaft und die Integration von Märkten besitzen eine historische Dimension, die keineswegs eine geradlinige Entwicklung zum heutigen Zustand aufweist. Die Transformation der betroffenen Gesellschaften in diesem Prozess erforschen wir anhand der Geschichte multinationaler Unternehmen, globaler Märkte oder auch transnationaler Wissenstransfers.

Transformationsgeschichte

Die Geschichte der Transformation nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und dem Ende der SED-Diktatur in der DDR bzw. dem Niedergang des Kommunismus in Ostmittel- und Osteuropa prägt die Wirtschaft in Deutschland sowie in den ehemaligen “Ostblockstaaten” bis heute. In Lehrveranstaltungen und Forschungsarbeiten untersuchen wir diese Geschichte der wirtschaftlichen Transformation und des Umbruchs in ihrer Breite z.B. mit Blick auf die Revolutionen von 1989-1991, der De-Industrialisierung, des Phänomens der (Massen)Arbeitslosigkeit oder der allgemeinen sozio-ökonomischen Umorientierung.

Wirtschaftsgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts

Wir greifen an unserem Lehrstuhl die verschiedenen neueren und neusten Tendenzen der Wirtschaftsgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts auf. Dazu gehören die noch immer virulenten Debatten um das System der Zwangsarbeit im NS-Staat ebenso wie Wirtschaftspolitik der Berliner Republik oder die US-Zollpolitik unter Donald Trump.