FÖRDERVEREIN: GÖTTINGER GESELLSCHAFT FÜR VÖLKERKUNDE (GGV)

Die Göttinger Gesellschaft für Völkerkunde e.V. ist ein Förderverein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Ethnologische Sammlung der Universität Göttingen sowohl in materieller als auch ideeller Hinsicht zu unterstützen und im Bewusstsein der Bevölkerung stärker zu verankern. Gerade in der heutigen Zeit mit ihren interkulturellen Dynamiken und nationalistischen Abschottungen bietet die Lehr- und Forschungssammlung eine Chance, Toleranz und Respekt für außereuropäische kulturelle Traditionen zu fördern und die Angst vor dem vermeintlich Fremden abzubauen.


1. Vorsitz: Hans Reithofer

2. Vorsitz: Christiane Falck

Schatzmeisterin: Petra Schnüll

Schriftführer: Udo Mischek

erweiterter Vorstand: Wolfgang Kempf, Margarete Kiang, Isabel Pagalies



Im Rahmen unserer Möglichkeiten fördern wir Vorträge und andere Veranstaltungen, Sonderausstellungen und Publikationen und die Erweiterung und Bearbeitung der Sammlung.


Die Göttinger Gesellschaft für Völkerkunde wendet sich an alle, die an der Ethnologie interessiert sind. Machen Sie mit! Als Mitglied werden Sie über die laufenden Veranstaltungen informiert, haben Sie kostenlosen Zutritt zur Sammlung und zu allen Veranstaltungen (Sonderausstellungen, Sonntagsführungen, Sonntagsmatineen u.a.) und erhalten die Publikationen der Sammlung zu ermäßigtem Preis.

MITGLIED WERDEN

VERANSTALTUNGEN DER GGV (seit 2021)

In einem Vortrag mit Ausschnitten aus seinem bislang noch unveröffentlichten Film zeichnete der bayerische Filmemacher und Ethnologe Matti Bauer am 15. Januar ein sehr persönliches und berührendes Porträt von Diriti, einer indigenen Frau in Zentralbrasilien aus der Ethnie der Iny Karajá. Die Iny Karajá leben am mittleren Araguaia und auf der von ihm gebildeten Flussinsel Bananal südlich des Amazonas. Sie sind bekannt für ihre Tonpuppen Ritxoko, die 2012 zum Immateriellen Kulturerbe Brasiliens erklärt wurden. 1984 besuchte der Matti Bauer im Rahmen einer ethnologischen Feldforschung Diriti, die für die sorgfältige Gestaltung ihrer Tonpuppen bekannt war. Er filmte sie bei der Herstellung der Ritxoko und kehrte 2017 und 2023 zurück, um mehr über das Leben der faszinierenden Frau zu erfahren.
Der Vortrag fand in der Taberna in der Alten Mensa am Wilhelmsplatz statt und wurde von Dr. Michael Kraus für das Institut für Ethnologie und die GGV organisiert.

Zwei Tage davor, am 13. Januar, fand im Museums-Café im Forum Wissen die Eröffnung einer Vitrinenausstellung statt, in der ebenfalls einige ausgewählte Ritxoko Tonpuppen der Iny Karajá präsentiert wurden (s. Poster in der Fotogalerie). Diese Figuren stammen aus einer Schenkung von insgesamt 53 Tonfiguren sowie Holzobjekten von Dunja Noack an die Ethnologische Sammlung im Jahr 2024. Die Tonpuppen waren ursprünglich vom brasilianisch-deutschen Ethnologen Harald Schultz (1909–1966) erworben worden. Die Objekte werden für das erste Quartal 2026 in der Basisausstellung des Forum Wissen im Rahmen der Reihe „Neues aus den Sammlungen“ zu sehen sein.

(Fotos von Wolfgang Kempf und Christiane Falck, 15.01.2026)
01_Matti Bauer 03 (CF)

02_Matti Bauer 02 (CF)

03_6M5A0061_lut

04_6M5A0058_lut

05_6M5A0064_lut

06_Tonfiguren der Iny Karajá (Poster)

Am 5. Juni trafen sich die GGV und der Freundeskreis Kunstsammlung der Universität Göttingen zu einem gegenseitigen Kennenlernen im Auditorium. Eingeladen hatten Dr. Anne-Katrin Sors, Kustodin der Kunstsammlung, und Dr. Michael Kraus, Kustos der Ethnologischen Sammlung. Nach der Begrüßung durch die beiden Vorsitzenden – Dr. Ulrich Nauber und Dr. Hans Reithofer - wurden wir fachkundig von Tanita Engel und Mira Blunk durch die Ausstellung "Ethnographica in der Kunstsammlung - Anthropomorphe Holzschnitzereien aus Afrika" geführt. Beim anschließenden kleinen Umtrunk gab es Gelegenheit, Pläne für weitere gemeinsame Aktivitäten zu schmieden. (Fotos von Martin Liebetruth)


Im Februar 2024 organisierte die GGV gemeinsam mit dem Institut für Ethnologie und Ethnologische Sammlung der Universität Göttingen sowie der Gesellschaft für bedrohte Völker das GGV-Event ‚Zwischen Hölle und Paradies – indigenes Leben in Brasilien‘. Die Ethnologin und Journalistin Dr. Ulrike Prinz berichtete am 07. Feburar über indigene Lebensrealitäten in Brasilien, die stark vom Goldrausch der letzten Jahre beeinflusst werden. Mit einem Fokus auf das Leben in den Territorien der Yanomami, Munduruku, Kayapó und Mehinako, erzählte Ulrike Prinz von der schwierigen Situation, in der sich indigene Menschen in der brasilianischen Gesellschaft befinden (Fotos: Christiane Falck, 07. Februar 2024).


Am 02. Juni 2023 berichtete Dr. Wolfgang Kempf im Rahmen des GGV-Events ‚Vorsicht Falle! Ethnologische Forschung in Kiribati...‘ von seiner jüngsten Feldforschung auf den Atollen Tabiteuea, Nonouti und Onotoa, wo er mit den Herkunftsgesellschaften zu unveröffentlichten Tonbandsammlungen von Gerd und Sigrid Koch aus den 1960er Jahren arbeitet. In einer Wendung vom immateriellen kulturellen Erbe zu einem materiellen Nebenschauplatz seiner Forschungsarbeit, überreichte Dr. Wolfgang Kempf der Göttinger Ethnologischen Sammlung eine Muränen-Falle, die er in Kiribati erwerben konnte. Im Anschluss an den spannenden Vortrag gab es einen kleinen Empfang auf dem institutseigenen Balkon (Fotos: Hans Reithofer und Christiane Falck, 02. Juni 2023).


Die GGV erhielt am 01. Juli 2022 eine exklusive Führung durch das jüngst eröffnete Forum Wissen. Als Förderverein der Ethnologischen Sammlung waren wir besonders gespannt darauf zu sehen, wie die dort präsentierten Objekte der Ethnologischen Sammlung mit anderen Objekten aus den universitären Sammlungen zusammenwirken und zu lernen, welche Ideen das Ausstellungskonzept leiten. (Fotos: Christiane Falck, 01. Juli 2022).


Am 03. Dezember 2021 bekamen unsere Mitglieder die Möglichkeit, die Ozeanien-Ausstellung des Humboldt Forums (HUF) in Berlin zu besuchen, wo die beeindruckenden Navigations- und Baukünste von Menschen in Ozeanien über die ausgestellten Boote dargestellt sind. Die Fotos zeigen unsere GGV-Besuchergruppe im Gespräch mit Spezialist*innen aus der Abteilung Ozeanien sowie den Bereichen Medien und interpersonelle Vermittlung im Bootskubus. Für die Erprobung und Exploration der neuen, im Dezember 2021 noch unveröffentlichten, Augmented Reality-Anwendung stellte das HUF zwei IPads zur Verfügung. Die knapp zwei Stunden des Aufenthalts im Bootskubus waren gekennzeichnet von einer durchweg guten Arbeitsatmosphäre und anregenden Diskussionen (Fotos: Wolfgang Kempf, 3. Dezember 2021).