PD Dr. Nils Haller: "Bewegung und Gesundheitsförderung aus sportmedizinischer und trainingswissenschaftlicher Perspektive" (Vorlesung)
"In der Vorlesung geht es darum zu verstehen, wie körperliche Aktivität als evidenzbasierte Maßnahme zur Gesundheitsförderung eingesetzt werden kann. Wir starten mit grundlegenden Gesundheitsdefinitionen und schauen uns an, wie Gesundheitsförderung in verschiedenen Lebensbereichen funktioniert. Dabei spielt auch das Präventionsgesetz eine besondere Rolle, vor allem im Hinblick auf betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) und betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). Auf dieser Basis beschäftigen wir uns mit theoretischen Modellen der Verhaltensänderung und nutzen sie, um bewegungsbezogene Interventionen zu analysieren. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Frage: Was wirkt wirklich? – dafür nutzen wir Prinzipien der evidence-based Practice und reflektieren kritisch unterschiedliche Studiendesigns. Damit das Ganze nicht nur Theorie bleibt, übertragen wir die Inhalte in die Praxis, orientiert an zentralen trainingswissenschaftlichen Grundlagen. Anhand verschiedener Fallbeispiele besprechen wir sowohl präventive als auch therapeutische Bewegungsansätze bei ausgewählten sehr prävalenten psychischen und metabolischen chronischen Erkrankungen. Interaktive Formate sorgen für Abwechslung und einen handlungsorientierten Zugang zu den Inhalten. Zusätzlich gibt es Einblicke in neue datenbasierte Entwicklungen und den Einsatz von KI – damit die Studierenden auch die mögliche Zukunft der Gesundheitsförderung kennenlernen."
Lisa Brünig: "Reproduktionspolitiken und Reproduktive Gerechtigkeit" (Seminar)
"In diesem Blockseminar befassten wir uns mit Reproduktionspolitiken, also Praktiken, Regulierungen, Normen und Wissen im Kontext menschlicher Fortpflanzung, einschließlich politischen und Rahmenbedingungen rund um Schwangerschaft, Geburt und Familie. Das Konzept der Reproduktiven Gerechtigkeit wurde auf verschiedene reproduktionspolitische Themen wie gleichgeschlechtliche Elternschaft, Abtreibung, trans Schwangerschaften und Reproduktionstechnologien, wie die Präimplantationsdiagnostik, angewendet. Neben der Arbeit mit theoretischen Texten zeichnete sich das Seminar vor allem durch die methodische Vielfalt und die Gruppenarbeiten aus, wie z.B. kleine Expert*innengruppen mit Rechercheaufträgen zu Themen wie Eizellspende oder Pränataldiagnostik. Durch Methoden wie Theseninterviews oder Zick-Zack-Diskussionen in Gruppen wurden die Studierenden dazu angeregt fundierte Argumentationen zu entwickeln und aktiv zu diskutieren. Außerdem wurde Wert auf transparente Lernziele und Flexibilität in der Gestaltung der Blocksitzungen gelegt, wobei Wünsche der Studierenden z.B. durch eine Zwischenevaluation im Semester einbezogen wurden. Auch eine respektvolle Lernatmosphäre und Diskussionskultur wurde von den Studierenden geschätzt und beispielsweise durch Ankommens- und Abschlussrunden kultiviert, die ebenfalls einen Bezug zu tagesaktuellen reproduktionspolitischen Themen herstellten."
Dr. Julia Gruhlich: “Vertiefende theoretische Perspektiven der Geschlechterforschung" (Seminar und Lektürekurs)
Lektüreseminare sind besonders aufwendig, da auf Basis umfangreicher wissenschaftlicher Literatur anspruchsvolle theoretische wie methodische Debatten geführt werden. Im Fokus der dreistündigen Veranstaltung stand die kritische Männlichkeitsforschung, ein zentraler, zugleich aber eher randständiger Bereich innerhalb der Geschlechterforschung. Ziel der Veranstaltung war es, einen Überblick über die Forschung zu Männern und Männlichkeiten zu vermitteln und ausgewählte Theorien anhand konkreter gesellschaftlicher Felder und Themen vertieft zu diskutieren. Im ersten Teil der Veranstaltung haben wir eng an den Grundlagentexten gearbeitet. Zur Unterstützung bereitete jeweils ein*e Student*in einen Text als „Expert*in“ vor und stellte Autor*innen, theoretische Verortung, Kontext, Kernaussagen, Anwendungsmöglichkeiten, Grenzen sowie Rezeption der Theorie vor. Im zweiten Teil wurde das erarbeitete Wissen auf Praxisbeispiele übertragen: Die Studierenden stellten Presseartikel vor und ordneten sie theoretisch ein (z.B. den „Staat als Männerbund“ anhand der „Bromance“ zwischen Trump und Musk). Ergänzend habe ich Serien (z.B. „Adolescence“), Dokumentationen (u.a. „Stau – Jetzt geht's los“ von Thomas Heise) und Videos (u.a. von Butch-Lesben, Transmännern) oder Social-Media-Posts herangezogen, um die Alltagsrelevanz der Theorien zu verdeutlichen. Das Lehrformat wurde durchweg positiv bewertet und sorgte regelmäßig für 'Aha-Momente'".
Dr. Laura Hadad: "Hijabi Creatorinnen in Deutschland – Geschlechterrollen, religiöse Modellpraktiken und Fashion Content" (Seminar)
"Im Seminar haben wir anhand von Instagram Content das breite Spektrum von Hijabi Fashion Influencerinnen und ihren Verortungen in gesellschaftspolitischen, spirituellen und popkulturellen Diskursen erkundet. Um uns dem Material besser annähern zu können, haben wir uns zunächst niedrigschwellig mit unseren eigenen Social Media Routinen und Vorlieben und Unbehagen im Content von Influencer*innen auseinandergesetzt. Als Dozentin ist es mir wichtig, die Interdisziplinarität der Studierenden und ihre unterschiedlichen Wissensbestände bezüglich des Seminarthemas wahrzunehmen und produktiv damit umzugehen. Um uns gemeinsame Grundlagen zu erarbeiten, gab es neben der Arbeit am empirischen Material auch regelmäßige Lektüreaufgaben, die mithilfe von Leitfragen, die die Studierenden selbst formuliert haben, in der Gruppe bearbeitet wurden. Auf diese Weise waren die Sitzungen verlässlich strukturiert und bestanden aus einem Mix aus konzeptionell-theoretischer und empirisch-bildanalytischer Arbeit. Da ich in meinem DFG-Projekt aktuell zum Seminarthema forsche, hat die Arbeit mit den Studierenden wichtige Impulse für die weitere Analyse beigetragen und ist für mich ein gutes Beispiel für die Relevanz der Verzahnung von Forschung und Lehre."
Dr. Vanessa Rau: "Diversität und Intimität? Soziologische und kulturwissenschaftliche Ansätze zu Liebe und Sexualität" (Seminar)
"Obgleich Liebe ein zentraler Bestandteil menschlichen und gesellschaftlichen Lebens ist, wird sie in den Kultur- und Sozialwissenschaften oftmals vernachlässigt. Doch nicht nur deswegen widmete sich das Seminar dem Konzept „Liebe“ und Fragen von Intimität, Sexualität und „romantischen“ Beziehungen. Die intersektionale Analyse von Intimität und Sexualität vermittelt auch einen tiefgehenden Zugang zu Fragen von Diversität und gesellschaftlicher Ungleichheit in der Migrationsgesellschaft. Dabei war das Zusammenspiel von Sozialwissenschaft und interdisziplinären Ansätze zentral: neben soziologischen, sollten auch psychoanalytische, queer-feministische, literarische, philosophische und religiöse Texte selbstverständlich Teil des Literaturkorpus sein. Für das Seminar war mir zudem eine große Praxisnähe, sowie methodische Vielfalt und die Einbindung der eigenen Erfahrungswelt und diverse kulturelle Ausdrucksformen besonders wichtig. Entsprechend hatten die Studierenden die Möglichkeit und Aufgabe soziologische Theorie mit aktuellen medialen und künstlerischen Darstellungen zu verknüpfen. Dies reichte von Jane Austen bis hin zu den Graphic Novels von Liv Strömqvist. Die vielfältigen Zugänge bildeten die Basis für eine kritisch-analytische und kulturwissenschaftlich breite Diskussionskultur, welche die Studierenden aktiv und enthusiastisch mitgestalteten. Somit gelang es, Wissenschaft kreativ erfahrbar zu machen, also Theorie mit Ausdrucksform zu illustrieren. Dies stieß bei den Studierenden auf großes Engagement, Kreativität, aber auch die Offenheit ihre eigenen (auch digitalen) Lebenswelten kritisch in den Blick zu nehmen. Die Neugierde der Studierenden, aber auch die Bereitschaft biographische Erfahrungen vor dem Hintergrund theoretischer Texte zu reflektieren, begeisterte mich als Dozentin sehr. Das Seminar wurde so auch für mich eine lehrreiche und persönlich wertvolle Erfahrung."
Dr. Anne Engelhardt: „Soziale Reproduktion, Arbeit und Umwelt in der Flugindustrie” (Seminar)
"Im Sommersemester 2025 hatte ich die tolle Gelegenheit, ein Lehrforschungsseminar mit dem Titel „Soziale Reproduktion, Arbeit und Umwelt in der Flugindustrie” im Rahmen des BA-Studiengangs Sozialwissenschaften durchzuführen. Ich habe die Studierenden dabei begleitet, ein eigenes kleines Forschungsprojekt zu einem Teilbereich der Flugindustrie zu bearbeiten. Von der Themenfindung über das Forschungsdesign bis hin zur Datenerhebung, -auswertung und -darstellung, inklusive einer gemeinsamen Poster-Session, haben wir jeden Schritt besprochen. In dem Seminar konnten wir verschiedene sozialwissenschaftliche Ansätze zur Arbeit in der Flugindustrie diskutieren und nahmen dabei Perspektiven aus Geschlechterforschung, Staatstheorie und ökologischer Sozialforschung ein. Unter anderem wurde das Konzept der emotionalen Arbeit von Arlie Hochschild aus den 1990er Jahren für die neoliberalisierten Billigairlines aktualisiert. Darüber hinaus wurden im Seminar die rassifizierte und vergeschlechtlichte Arbeitsteilung sowie Fragen von Umweltkonflikten, Streikrecht und Machtressourcen am Flughafen erörtert. Wir haben zu den Themen auch gemeinsam eine teilnehmende Beobachtung und Führung am Flughafen Hannover durchgeführt. Wenn ich darüber nachdenke, was im Kern meine Lehre ausmacht, fallen mir drei Ziele ein. Erstens versuche ich, zu erreichen, dass möglichst jede*r Student*in einmal im Seminar gesprochen hat. Sei es in Gruppenkonstellationen, durch Diskussionsbeiträge oder Fragen. Sei es, dass sie abwechselnd Gruppenarbeit vorstellen oder Ergänzungen vornehmen. Dabei geht es mir darum, den Studierenden deutlich zu machen, dass der Seminarraum ihr Raum ist, den sie füllen dürfen und sollen. Zweitens ist mir Methodenvielfalt sehr wichtig. Ich arbeite mit Murmelrunden und Kleingruppen und setze Lego Serious Play ein, um den Studierenden die Angst vor komplexen wissenschaftlichen Gedanken und der Darstellung ihrer eigenen Überlegungen zu nehmen (siehe Bild -Sitzung zu Naturverhältnissen). Drittens ermutige ich die Studierenden, mir unfertige Entwürfe und Ideen zu schicken, und gebe ihnen möglichst viel Feedback. Dabei nehme ich alle Studierenden als potenzielle, angehende Wissenschaftler*innen aus sehr unterschiedlichen Hintergründen mit verschiedenen Hürden wahr und respektiere deren Kritik und Sorgen. Es freut mich sehr, zu beobachten, wie sie immer differenzierter argumentieren und abwägen. Gleichzeitig lerne ich von ihnen neue Perspektiven kennen."
Gülten Kara-Schetat: "Recherche und Bewerbungsvorbereitung für ein angestrebtes Praktikum" (Workshop)
"In diesem praxisorientierten Seminar bereite ich Studierende gezielt und zukunftsorientiert auf ihr Praktikum und den Berufseinstieg vor. Neben fundierten Einblicken in potenzielle Berufsfelder steht die intensive Reflexion der eigenen beruflichen Ziele, Werte und Stärken im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden analysieren ihr persönliches Kompetenzprofil, schärfen ihre Wunschtätigkeiten und entwickeln ein klares berufliches Selbstverständnis. Ein besonderer Fokus liegt auf der konkreten Vorbereitung des Bewerbungsprozesses: von der eigenständigen Recherche geeigneter Praktikumsstellen über die Erstellung überzeugender Bewerbungsunterlagen bis hin zur realitätsnahen Simulation von Bewerbungsgesprächen. Ergänzend werden Qualitätskriterien guter Praktika sowie organisatorische Aspekte wie Rechte und Pflichten, Sozialversicherung und Arbeitszeugnis behandelt. Die Veranstaltung zeichnet sich durch eine enge Verbindung von Selbstreflexion, Arbeitsmarktorientierung und praktischer Umsetzung aus. Durch Methodenvielfalt, praxisnahe Übungen, Peer-Feedback und strukturierten Erfahrungsaustausch entsteht ein aktiver Lernraum, der Eigenverantwortung stärkt und Perspektiven erweitert.“
Johanna El Ouardy: „Wissenschaftsdeutsch für nicht-muttersprachliche Studierende - Fokus Schreiben“ (Workshop)
"Die Lehrveranstaltung „Wissenschaftsdeutsch für nicht-muttersprachliche Studierende – Fokus Schreiben“ hatte zum Ziel, die Lese- und Schreibkompetenz im Deutschen zu stärken und zur selbstständigen Bewältigung studienrelevanter Textsorten zu befähigen. Didaktisch folgte sie einem prozessorientierten Ansatz, der wissenschaftliches Lesen und Schreiben als entwickelbaren Lernprozess versteht. Im Zentrum stand die Verschränkung wissenschaftlicher Arbeitstechniken mit ihrer sprachlichen Realisierung. Die Studierenden erprobten Strategien zum Lesen und Auswerten von Fachtexten sowie zentrale Schreibtechniken wie Zusammenfassen und Argumentieren und reflektierten deren sprachliche Gestaltung. Anhand studienrelevanter Textsorten wurde erarbeitet, welche Strukturen der Wissenschaftssprache in welchen Kontexten eingesetzt werden. Charakteristisch für die Lehrveranstaltung war die konsequente Integration des Schreibens in jede Sitzung. Kurze Inputs wechselten sich mit Schreibaufgaben und Feedback ab, die in individuellen digitalen Pads bearbeitet wurden, wodurch Schreibprozesse in Echtzeit sichtbar und begleitbar waren. Dort führten die Studierenden auch ein Lerntagebuch zur Reflexion des eigenen Lernprozesses und zur Übertragung auf das Fachstudium. Als Good Practice lassen sich insbesondere drei Prinzipien hervorheben: die konsequente Prozessorientierung, das Explizitmachen fachlicher und sprachlicher Erwartungen sowie die enge Verzahnung von Schreiben, Feedback und Reflexion. Diese Elemente sind lernwirksam und auch auf andere Lehrformate übertragbar."
Elias Grosse & Felix Schach: „Kanusport“ (Sportpraxis)
"Ziel des Seminars war, eine breite Kompetenz im Kanusport zu vermitteln, die sich direkt an Schulen und in der Jugendarbeit einsetzen lässt. Die Veranstaltung zeichnet die Kooperationen mit dem Stadtsportbund Göttingen e.V. und der ZESG aus, die vielfältige Lernorte, Materialnutzung und geringe Kosten für die Studierenden ermöglichten. In der Schwimmhalle wurden zunächst Grundtechniken im Kajak aufgebaut, die anschließend auf dem Kiessee und auf der Leine mit Gewässerkunde und Wildwassertechniken kombiniert wurden. Zudem wurde ein Einblick in die Sportart Kanupolo gegeben. Den Abschluss bildete eine dreitägige Exkursion zum Bootshaus Wilhelmshausen an der Fulda. Dort übernahmen die Studierenden die Verantwortung in der Organisation und sammelten weitere praktische Erfahrungen. Praxisnah verknüpfte Theorieaufgaben – etwa die Planung eines schulischen Kanuwandertags – unterstützten den Transfer. Die Evaluation fiel sehr positiv aus, wie diese Rückmeldung zusammenfasst: „Perfektes Maß an Theorie und Praxis, Spiel und technischer Übung.“ Häufig gewünscht wurden längere Exkursionszeiten. Für andere Veranstaltungen lassen sich folgende Lehren übertragen: regionale Kooperationen öffnen Material- und Lernorte, ein schrittweiser Aufbau vom geschützten Raum zur realen Umgebung schafft Sicherheit und Verantwortungsübernahme fördert Soft Skills."
Axel Molinero: „Tennis” (Sportpraxiskurs)
"Der Sportpraxiskurs „Tennis“ im Sommersemester 2025 verfolgte das Ziel, sportpraktisches Lernen bewusst mit Reflexion, Methodik und didaktischer Einordnung zu verbinden. Als Lehrender war es mir wichtig, dass Studierende Bewegungskompetenzen nicht nur ausführen, sondern verstehen, reflektieren und in ihrer Bedeutung für zukünftige Vermittlungssituationen einordnen können. Der Kurs war progressiv aufgebaut: Technische und taktische Inhalte wurden schrittweise eingeführt, differenziert geübt und konsequent in spielnahen Situationen angewendet. Ein zentrales Element war das fachpraktische Portfolio, in dem die Studierenden sich mit der Sportart Tennis, methodischen Zugängen, Bewegungsanalysen sowie ihrem eigenen motorischen Lernprozess auseinandersetzten. Praxisprüfung und Portfolio waren eng aufeinander abgestimmt und förderten ein nachhaltiges, kompetenzorientiertes Lernen. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Veranstaltung war die enge Zusammenarbeit mit meiner studentischen Hilfskraft Maximilian Graf, der den Kurs im Sommersemester 2025 gemeinsam mit mir angeleitet hat. Durch seine aktive Mitgestaltung der Praxiseinheiten, sein Feedback an die Studierenden und die gemeinsame Reflexion der Lehrprozesse konnte eine lernförderliche, offene und motivierende Atmosphäre geschaffen werden. Die Veranstaltung zeigt exemplarisch, wie sportpraktische Lehre durch klare Struktur, transparente Leistungsanforderungen, praxisnahe Aufgabenformate und kooperative Lehrformate wirksam gestaltet werden kann – Prinzipien, die auch auf andere Lehrveranstaltungen übertragbar sind.“
Christopher Schumann: „Roundnet” (Sportpraxiskurs)
"Das Praxisseminar Roundnet verfolgt das Ziel, Lehramtsstudierenden nicht nur motorische Fertigkeiten im Zielspiel zu vermitteln, sondern sie umfassend auf die schulische Vermittlung vorzubereiten. Neben dem Erlernen grundlegender und fortgeschrittener Spieltechniken stehen didaktische Wege und pädagogische Überlegungen im Mittelpunkt. Die Studierenden setzen sich kontinuierlich mit der Frage auseinander, wie Lernprozesse im Sportunterricht sinnvoll angebahnt, gesteuert und reflektiert werden können. Ein Element der Veranstaltung ist die Entwicklung und Erprobung ausgewählter Abwandlungen des Zielspiels. Diese reichen von vereinfachten Spielformen bis hin zu offenen Aufgabenstellungen, in denen Studierende eigene Spiele entwerfen können. Die immer wieder angestrebte Autonomie im Lehrkontext lässt sich durch folgende Rückmeldung zusammenfassen: „Die Veranstaltung ist alles in allem super organisiert und beinhaltet alle wesentlichen Dinge. Sowohl ein kleines eigen organisiertes Warmmachen, was erste Schritte als Lehrkraft beinhaltet, als auch methodische Übungsreihen, wichtige Praxiselemente, aber auch den schulischen Bezug und stets die Orientierung, wie wir als Lehrkräfte einzelne Situationen im Sportunterricht rund um Roundnet lösen können.“
Victoria Taboada Gómez: „Methode" (Übung)
"Die Übung des Masterseminars „Narrative Interviews führen und auswerten: Reise- und Mobilitätserfahrungen“ widmete sich hauptsächlich der Interviewschulung für die Durchführung narrativer Interviews. Ziel war es, den Studierenden die notwendigen theoretischen und praktischen Leitlinien für die Durchführung narrativer Interviews zu vermitteln. Gleichzeitig wurde Wert darauf gelegt, einen Raum zu schaffen, in dem die Studierenden die Interviewsituation reflektieren und ein Bewusstsein für ihre vielfältigen Wirkungen entwickeln konnten – nicht nur im Hinblick auf die Interviewpartner*innen, sondern auch auf sich selbst. Was auf den ersten Blick wie ein standardisiertes Programm erscheinen mag, erweist sich bei genauerer Betrachtung seiner Komplexität als ein dynamischer Lernprozess. Ein solcher Raum und diese Dynamik konnten durch die kontinuierliche Einbindung der Erfahrungen, Vorannahmen, Erwartungen, und Unsicherheiten der Studierenden in den Lernprozess sowie durch einen fortlaufenden Austausch ermöglicht werden. Dabei war es von Bedeutung, einzelne Übungen praktisch umzusetzen, und diese durch Reflexion in eine größere Perspektive einzubetten. Auf diese Weise wurden Interviews nicht nur als Instrument der Datenerhebung verstanden, sondern auch als Prozess, der Verantwortung und Engagement erfordert."
Dr. Corinna Schmechel: „BA/MA Forum Geschlechterforschung” (Kolloquien)
"Das Bachelor- und Masterforum ist ein Raum, um die eigene Abschlussarbeit – von der ersten Idee bis zum ausformulierten Fazit-Kapitel – vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren, sowie generelle Fragen zum wissenschaftlichen Arbeiten zu klären. Zu Beginn des Semesters lag der Schwerpunkt auf Input und Übungen zur Findung von Thema und Fragestellung sowie zur Entwicklung einer Gliederung. Den Studierenden wurden viele Materialen in Form von Arbeitsblättern (z.B. der Schreibberatung) zur Verfügung gestellt, sowie Zeit, sich im Seminar mit diesen zu befassen und die Ergebnisse gemeinsam zu besprechen. Im Verlauf des Semesters standen dann zunehmend die Präsentationen der Studierenden und ihrer Abschlussprojekte im Fokus. Wichtig war es, eine Atmosphäre zu schaffen, in der auch Fragen, Unsicherheiten und Probleme thematisiert werden können. Daher habe ich z.B. auch einen Input zu Schreibblockaden und Zeitfressern vorbereitet, um auch solche Themen besprechbar zu machen. Hilfreich waren auch anonymisierte Beispiele aus anderen Abschlussarbeiten, um bestimmte Schreibstile oder Gliederungsstrukturen konkret am Beispiel (positiv wie negativ) diskutieren zu können.“
Lars Leander Hermsen: „Tutorium zur Vertiefungsvorlesung Sportpädagogik und -didaktik" (Tutorium)
"Mein Tutorium ist als Begleitveranstaltung zur Vorlesung „Vertiefung Sportpädagogik und -didaktik“ konzipiert und hat das Lernziel die Inhalte der Vorlesung einerseits zu wiederholen und nachzubereiten, andererseits aber auch die Themen durch die Behandlung ergänzender Texte genauer unter die Lupe zu nehmen. Daher strukturiere ich mein Tutorium in drei Teile, erstens eine kurze frontale Wiederholung der Vorlesung, zweitens die gemeinsame Beantwortung einer klausurähnlichen Frage und drittens die Erschließung eines vertiefenden Textes anhand einer kreativen Aufgabe. Ferner ist es mir in meiner Rolle als Tutor wichtig, auch außerhalb des Tutoriums als Ansprechpartner für die Studierenden zu fungieren. Dabei versuche ich besonders darauf Wert zu legen, offen mit den Studierenden zu kommunizieren und feedbackgeleitet das Tutorium an die Lerngruppe anzupassen. Letztlich profitiere ich in meinem Tutorium durch die enge Zusammenarbeit mit Frau Dr. Huh, durch die Vorlesung und Tutorium ideal aufeinander abgestimmt werden können."
Honorable Mention
Außerdem gratuliert die Sozialwissenschaftliche Fakultät den folgenden Lehrenden, die schon in den vergangenen Semestern durch good practice Lehrbeispiele auffielen, und die auch im Sommersemester 2025 erneut beispielhafte Lehre (mit dem gleichen Titel) abhielten: