Aktuelle Hinweise
Gastvortrag am 10.06.2026, 18 Uhr c. t., PH 20
Ralf Busse:
Die Welt an sich und die Welt, in der wir leben
Prof. Dr. Ralf Busse (Universität Mainz):
Die Welt an sich und die Welt, in der wir leben
Abstract
Im täglichen Leben und darüber hinaus sind wir mit gewöhnlichen Objekten unterschiedlicher Art und Größe befasst: mit Pflanzen, Gebäuden, Wegen, Möbeln, Tieren, Personen und vielem mehr. All dies ist Teil der Welt, in der wir leben. Aber zählt es auch zur Welt an sich selbst? Zumindest einige der gewöhnlichen Objekte erscheinen so sehr von unserer menschlichen Perspektive geprägt, dass man sie kaum der Welt an sich zuordnen möchte. Was die Welt an sich angeht, würde man sich wohl eher an die Auskünfte unserer besten grundlegenden Naturwissenschaft halten. An sich betrachtet umfasst die Welt demnach eher Elementarteilchen verschiedener Art als Straßen und Schreibtische. Andererseits möchte man die gewöhnlichen Objekte auch nicht als irreal einstufen. Sie sind weder bloßer Schein noch bloße Erdichtungen. Wir stehen damit vor zwei Grundfragen der Metaphysik: Wie lässt sich die Verfasstheit der Welt an sich am besten verstehen? Und wie lässt sich das Verhältnis zwischen der so verstandenen Welt an sich und der Welt der gewöhnlichen Objekte verstehen?
Zu diesen Fragen entwirft der Vortrag ein bestimmtes Gesamtbild. Zur Welt an sich – zur fundamentalen Ebene der Welt im Ganzen – vertritt er einen strukturdefiniten Entitäten-Pluralismus: Diese Ebene besteht in einer Vielzahl von qualitativ charakterisierten Einzelentitäten, und zwar einer an sich bestimmten Vielzahl. Bei der Beantwortung der Frage, was das genau für Entitäten sind, müssen wir uns auf unsere beste Naturwissenschaft stützen. Aber anders als derzeit vertretene nihilistische, strukturalistische, monistische und relativistische Metaphysiken annehmen, sind es Einzelentitäten, es sind sehr viele davon, und es liegt objektiv fest, welche das sind.
Zum Verhältnis der Welt an sich zu gewöhnlichen Objekten vertritt der Vortrag eine Version der Fundierungstheorie (grounding theory). Zu den Besonderheiten zählt, dass viele spezifische Fundierungsbeziehungen angenommen werden, dass sie in einem ideal-begrifflichen, aber objektiven Reich angesiedelt werden und dass ihnen eine inferenzielle, d.h. schlussartige Natur zugeschrieben wird. Man kann die Position daher treffend als inferenzialistischen objektiven Konzeptualismus über Fundierung bezeichnen.
Aufhebung der Einschränkung der Prüfungsmöglichkeiten auf Hauptseminare (oder Kolloquien) in den M.A.-Modulen M.Phi.100 und M.Phi.104-107
Die Änderung ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in den Amtlichen Mitteilungen abgebildet (wir warten noch darauf), das Philosophische Seminar hat sie aber schon im Lehrplan für das kommende Semester berücksichtigt. Dadurch haben Master-Studierende eine deutlich größere Auswahl an Lehrveranstaltungen bei der Belegung der Module.
Leitlinien zum Umgang mit KI-Werkzeugen in Prüfungsleistungen am Philosophischen Seminar
Das Philosophische Seminar möchte auch künftig schriftliche Arbeiten wie Essays und Hausarbeiten als Prüfungsformen beibehalten, da es sich hierbei um für das fachliche Lernen besonders fruchtbare Formate handelt. In Lehrveranstaltungen wird transparent kommuniziert, dass beim Anfertigen dieser Arbeiten der Einsatz von KI-Werkzeugen lediglich in dem Rahmen erlaubt ist, der dem Philosophieren und philosophischen Lernen nicht entgegensteht. Von Studierenden wird erwartet, dass sie sich eigenständig mit den philosophischen Gedanken und Texten anderer auseinandersetzen, eigene philosophische Überlegungen entwickeln und diese gemäß den wissenschaftlichen Standards des Faches verschriftlichen.
Leitlinien:
Die Lehrenden des Philosophischen Seminars erwarten bei schriftlichen Arbeiten, die als Prüfungsleistungen eingereicht werden,
September 2025