Einrichtungen der Mathematik
Der Bereich Mathematik der Fakultät für Mathematik und Informatik gliedert sich in drei Institute und eine angegliederte wissenschaftliche Einrichtung.
Mathematisches Institut (MI)
Göttingen war lange Zeit ein weltweit führendes mathematisches Lehr- und Forschungszentrum. In dieser Zeit kam es zu einer einmaligen Konzentration kreativster Mathematiker und Mathematikerinnen. Das heutige Mathematische Institut entstand von 1927 bis 1929 als Zusammenfassung der über das Stadtgebiet verteilten mathematischen Einrichtungen an einem Ort und steht representativ für diese Blütezeit der Göttinger Mathematik.
Im Mathematischen Institut sind die beiden grundlagenorientierten Forschungsschwerpunkte lokalisiert. Zahlreiche Forschungsgruppen beschäftigen sich mit Fragestellungen der Reinen Mathematik und bieten schon im Kontext der forschungsorientierten Lehre die Möglichkeit eines intensiveren Studiums bestimmter Gebiete und der Identifikation von Fragestellungen für eine mögliche Promotion. In der Lehre werden neben den Grundvorlesungen auch zahlreiche Spezialvorlesungen und Seminare zur Reinen Mathematik angeboten.
Ferner zeichnet sich das Institut durch eine umfangreiche Präsenzbibliothek aus, die Mitgliedern und Angehörigen des Fachbereichs Mathematik sowie Studierenden der Universität Göttingen, aber auch anderen Wissenschaftlern und Dozenten einen ausgewählten Bestand an Fachliteratur für Forschung, Lehre und Studium bietet.
Die historisch bedeutsame Sammlung mathematischer Instrumente und Modelle ist ein weiteres herausragendes und der Göttinger Mathematikgeschichte entstammendes Merkmal des Mathematischen Institutes. Die Sammlung besteht aus mehr als 500 Exponaten und umfasst eine Zeitspanne von 1780 bis 1930, wobei die meisten Exponate aus der Zeit zwischen 1870 und 1920 stammen.
Weitere InformationenInstitut für Numerische und Angewandte Mathematik (NAM)
Das Institut für Numerische und Angewandte Mathematik wurde von der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät gegründet und nahm seine Lehre zum Wintersemester 1969/70 auf mit dem Ziel, das wissenschaftliche Rechnen und die Anwendungen der Mathematik in Forschung und Lehre zu vertreten.
Im Institut für Numerische und Angewandte Mathematik ist eines der beiden anwendungsorientierten Forschungsschwerpunkte lokalisiert. In zahlreichen Forschungs- und Praxisprojekten ist es möglich, schon während des Studiums Einblicke in mathematische Anwendungen zu erhalten und auch besonders interessante Fragestellungen für eine mögliche Promotion zu identifizieren.
In der Lehre werden neben den Grundvorlesungen in Numerik und Optimierung Spezialvorlesungen über Differentialgleichungen, Inverse Probleme und Approximationsverfahren bis hin zu diskreter Optimierung und Operations Research angeboten.
Weitere InformationenInstitut für Mathematische Stochastik (IMS)
Das Institut für Mathematische Stochastik wurde 1918 von Felix Bernstein unter Mitwirkung von David Hilbert als "Institut für Mathematische Statistik und Versicherungsmathematik" gegründet.
Im Institut für Mathematische Stochastik ist eines der beiden anwendungsorientierten Forschungsschwerpunkte lokalisiert. Es umfasst gegenwärtig vier Forschungsgruppen, die sich mit vielfältigen Gebieten der Wahrscheinlichkeitstheorie und mathematischen Statistik befassen und in Zusammenarbeit mit dem Felix-Bernstein-Institut für Mathematische Statistik in den Biowissenschaften moderne Methoden der mathematischen Statistik für bio- und lebenswissenschaftliche Anwendungen entwickeln.
Neben den Curricula für Wahrscheinlichkeitstheorie, Mathematischer Statistik und Versicherungsmathematik für Bachelor- und Masterstudiengänge der Mathematik und dem neu geschaffenen Bachelorstudiengang "Mathematical Data Science" wird auch die Möglichkeit zur Promotion mit einem Thema aus der Mathematischen Stochastik angeboten.
Als weitere wissenschaftliche Einrichtung koordiniert und fördert das Felix-Bernstein-Institut für Mathematische Statistik in den Biowissenschaften (FBMS) innerhalb der Fakultät für Mathematik und Informatik die Forschung an der Schnittstelle von mathematischer Statistik und Biowissenschaften.